Drei neue Projekte aus den Bereichen nachhaltiges Bauen sowie Energie- und Mobilitätswende haben ihren Förderbescheid erhalten und sind nun in die Umsetzung gestartet. Mit „Green Building GO live“, „AlpaKa“ und dem „Umsetzungsprogramm Wärmewende“ werden zentrale Impulse für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und regionale Innovationsfähigkeit gesetzt.
Das kürzlich gestartete Projekt „Green Building GO live“ knüpft an die Ergebnisse des Zukunftsforums Green Building an. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Sanierungsschablone für klimaneutrale Schulgebäude, die an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst am Standort Holzminden entwickelt wurde. Diese soll künftig baubegleitend angewandt, erprobt und weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit Kommunen und Planungsbüros werden Anwendungserfahrungen systematisch ausgewertet und in die Praxis zurückgespielt. Ziel ist es, die Sanierungsprozesse von Schulgebäuden zu beschleunigen, Ressourcen effizienter einzusetzen und bestehende Umsetzungshemmnisse zu reduzieren. Darüber hinaus stärkt das Projekt den Wissenstransfer in der Region und trägt zur Weiterentwicklung CO₂-armer und ressourceneffizienter Bauweisen bei. Träger des Projekts ist die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden (HAWK) und wird über die Zukunftsregion Weserbergland+ im Rahmen der Richtlinie „Zukunftsregionen Niedersachsen“ mit 164.250 Euro gefördert.
Das zweite Vorhaben „AlpaKa“ widmet sich der Entwicklung und Erprobung innovativer Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz und ist bereits zum 1. März 2026 gestartet. Am Parkplatz Ohrberg in Emmerthal entsteht eine Anlage mit 15 öffentlichen Ladepunkten, PV-Carports sowie einem Batteriespeicher. Besonderheit des Projekts ist die weitgehende Nutzung von Gleichstrom: Durch die direkte Kopplung von Photovoltaik, Speicher und Elektrofahrzeugen sollen Umwandlungsverluste reduziert und neue netzdienliche Betriebsstrategien erprobt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auf weitere Firmen- und Besucherparkplätze übertragbar sein und so den Ausbau effizienter Ladeinfrastruktur unterstützen. Projektträger ist das Institut für Solarenergieforschung (ISFH). Das Projekt wird mit 407.032 Euro gefördert.
Mit dem dritten Projekt, dem „Umsetzungsprogramm Wärmewende“, das am 1. Mai 2026 gestartet ist, wird ein weiterer zentraler Baustein für das Erreichen der Klimaziele in Niedersachsen adressiert. Projektträger ist die Klimaschutzagentur Weserbergland. Ziel ist es, die kommunale Wärmewende mit Nachdruck voranzubringen. Dazu gehören der Bau und die Erweiterung von Wärmenetzen ebenso wie die Aktivierung von Eigentümerinnen und Eigentümern zur Umsetzung klimafreundlicher Gebäudelösungen. Ergänzend geht es darum, ein Netzwerk zwischen den Kommunen zu etablieren, um Synergieeffekte zu nutzen. Das Projekt wird in den beteiligten Kommunen der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden umgesetzt und über die Zukunftsregion Weserbergland+ mit 355.819 Euro gefördert.
Alle drei Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Innovationsfähigkeit und stärken den Transfer zwischen Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft. Gleichzeitig setzen sie zentrale Impulse für eine nachhaltige Transformation in den Bereichen Bauwesen, Energie und Mobilität.
„Mit den neuen Projekten setzen wir wichtige Impulse für die nachhaltige Entwicklung unserer Region. Sie zeigen, wie innovative Ansätze konkret in die Praxis umgesetzt werden können und leisten einen wertvollen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele“, sagt Julia Kowitzke, Projektleiterin der Zukunftsregion Weserbergland+. „Wir wünschen allen Projektteams einen erfolgreichen Start und freuen uns auf die kommenden Entwicklungen.“
Bereits 1999 schlossen sich die Landkreise Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden zusammen, um als „Region Weserbergland“ gemeinsam ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten. 2006 stieß der Landkreis Nienburg/Weser hinzu und die Kooperation firmiert seitdem als „REK Weserbergland+“. 2022 dann wurde Weserbergland+ in das durch EU-Gelder finanzierte Förderprogramm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ aufgenommen, sodass Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung noch gezielter vorangetrieben werden können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Themen „Regionale Innovationsfähigkeit“ und „CO2-arme Gesellschaft und Kreislaufwirtschaft“.
- Projektteam Green Building GO live v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Sebastian Föste, Lucas Börner, Prof. Dr. Erik Bertram
- Projektteam Umsetzungsprogramm Wärmewende v.l.n.r.: Anja Lippmann-Krüger, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Weserbergland, sowie die Projektleitungen Franziska Dröge und Patrick Bienstein

